Glossar

Zahl der Obdachlosen

In Berlin gibt es keine offizielle Obdachlosenstatistik. Schätzungen weichen extrem voneinander ab, laut Deutscher Presseagentur gibt es zwischen 3.000 und 10.000 Obdachlose in Berlin, der Tagesspiegel schrieb im November über 6.000, rbb online im Dezember 7.000. Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern erheben schon Daten zu Obdachlosigkeit. Der Leiter der Bahnhofsmission Zoologischer Garten, Dieter Puhl, hält sie auch in Berlin für umsetzbar. Der Berliner Senat plant in der aktuellen Legislaturperiode, eine regelhafte Berichterstattung einzuführen, der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist noch unbekannt.

 

Wohnungslosigkeit

Wer in Berlin seine Wohnung verliert, steht nicht direkt auf der Straße. Die Behörden unterstützen Menschen in solchen Situationen, vermitteln übergangsweise Wohnheimplätze und helfen dabei, wieder eine Wohnung zu finden. In Berlin leben laut Senatsverwaltung für Soziales im Moment ungefähr 16.000 Menschen in von Bezirken vermittelten Unterkünften. Sie sind wohnungslos, aber nicht obdachlos.

 

Obdachlosigkeit

„Als obdachlos gelten Menschen, die auf der Straße leben, an öffentlichen Plätzen wohnen, ohne eine Unterkunft, die sich in Verschlägen, Parks oder unter Brücken etc. aufhalten. Obdachlos sind aber auch Menschen in Notunterkünften, die keinen festen Wohnsitz haben und in Wärmestuben, Notschlafstellen oder anderen niederschwelligen Einrichtungen übernachten.“

– Schriftliche Anfrage an den Berliner Senat des Abgeordneten Thomas Seering (FDP), 23.11.16

Laut Dieter Puhl steigt die Zahl der Obdachlosen in Berlin beständig:

 

 

Niedrigschwellige Angebote

Da die Angebote der Sozialhilfe obdachlose Menschen nicht immer erreichen, gibt es Angebote, die leichter zugänglich sind. Im Gegensatz zu den Maßnahmen der Sozialhilfe können sie unbürokratisch, anonym und ohne besondere Zugangsvoraussetzungen in Anspruch genommen werden. Eine Hürde kann zum Beispiel sein, dass jemand keinen Personalausweis mehr hat oder nicht krankenversichert ist, aber dringend zum Arzt muss. Die niedrigschwelligen Angebote werden an die konkreten Bedürfnisse der Betroffenen angepasst – wie zum Beispiel Beratungsangebote in verschiedenen Sprachen oder im Winter die Nachtcafés und Wärmestuben der Kältehilfe. Oder eben kostenlose Behandlung, wenn jemand krank ist.

 

Kälteperiode

In den Wintermonaten gibt es mehr Schlafplätze für Obdachlose als im Rest des Jahres. Die meisten öffnen am 1. November und schließen am 31. März. Dann fällt ein Großteil der Notübernachtungsplätze weg. Besonders 2017 war in zwei Frostnächten spürbar, dass die Temperaturen auch im April noch unter null Grad fallen.